Laut einer neuen Richtlinie wird die südchinesische Inselprovinz Hainan eine wichtige Rolle in der weiteren Öffnungs- und Reformpolitik Chinas spielen und ein globales Tourismuszentrum sowie eine Freihandelszone werden.

Öffnungsvorschlag würde Hainan zu globalem Tourismusziel und Freihandelszone machen

Chinas Pläne zur weiteren Öffnung einschließlich der jüngsten Maßnahme Hainan zu einer internationalen Freihandelszone zu machen, bestätigen das Bekenntnis zum Freihandel und Chinas Rolle als treibende Kraft für weltweites Wachstum, wie Experten sagen.

Die tropische Inselprovinz Hainan, bekannt für sandige Strände und eine Küste voller Ressorts, hat am Wochenende Aufmerksamkeit aus dem In- und Ausland erregt, nachdem Präsident Xi Jinping einen großen Plan zur Zukunft der Insel verkündet hatte.

Demzufolge hat die Zentralregierung entschieden, einen Investitionsfonds aufzulegen, der dabei helfen soll in Hainan bis 2025 einen Freihandelshafen zu errichten. Ausländische und multinationale Unternehmen werden dazu ermutigt, auf der Insel internationale und regionale Hauptsitze zu errichten, wie aus einer detaillierten offiziellen Richtlinie vom Samstag hervorgeht.

China plant ebenfalls, Hainan in ein globales Zentrum für Tourismus und Konsum zu wandeln und wird dafür die Entwicklung von Pferderennen oder Strand- und Wassersportangeboten unterstützen.

Laut derselben Richtlinie wird die Insel überdies “die Entwicklung von Sportwetten und Lotterien für große internationale Wettbewerbe erkunden“ und schrittweise den Verkauf von traditionell öl-betriebenen Fahrzeugen herunterfahren. Li Renjun, Professor am Hainan Institut für Industrielle Wirtschaft der Hainan University, sagt, dass die Öffnungsmaßnahmen auch eine Überprüfung beinhalten werden, inwieweit die Einführung des Wettspielgeschäfts dabei helfen kann, Hainan zu einem internationalen Tourismusziel zu entwickeln.

“Die neuen Maßnahmen werden einen starken demonstrativen Effekt für die Innovationspolitik haben”, wie Li erklärt. Der neue Plan würde enorme Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Tourismus, Bildung und der Unterhaltungsindustrie für ausländische Unternehmen schaffen, fügt er hinzu.

Es wird etwartet, dass Hainan bis 2020 jährlich mehr als 80 Millionen Touristen anziehen wird, darunter 1,2 Millionen ausländische. Laut Expertenschätzungen werden die jährlichen Tourismuseinnahmen bis dahin 100 Milliarden Yuan (15,9 Milliarden US-Dollar) übersteigen.

Yuval Golan, Vorsitzender von Unique 1 Asia International, einer ausländischen Beratungsfirma in Hainan, sagt, dass die Regierung sich darauf konzentrieren solle, lokale Tourismusmarken- und produkte sowie die Infrastruktur und Dienstleistungen zu verbessern, um ausländische Experten als Arbeitskräfte anzuziehen.

Der neue Plan für Hainan wird weitgehend als eine konkrete Maßnahme zur Marktliberalisierung gesehen, die Xis Rede auf dem Boao Asienforum folgt, und Chinas Aufbruch in die nächste Runde für Reformen und Öffnungspolitik repräsentiert. Außerdem sendet die Entscheidung ein bestätigendes Signal bezüglich Chinas Bekenntnis zur Öffnung und zum Freihandel, während das globale Wachstum von anhaltenden Handelsstreitigkeiten, Protektionismus und geopolitischen Unsicherheiten gefährdet wird, wie Experten beurteilen.

Robin Xing, Chefökonom für China bei Morgan Stanley, sagt diesbezüglich, dass Xis Rede die Einschätzung bestätigt, dass China zur wirtschaftlichen Liberalisierung und Förderung der Globalisierung entschlossen ist. Piyush Gupta, Vorstand der DBS Gruppe, eine in Singapur ansässige Finanzservicegruppe, fügt hinzu, Xis Ankündigung signalisiere ein starkes Interesse, sich an mehreren Fronten weiter zu öffnen.

Jon Taylor, Chinaexperte und Professor für Politikwissenschaften an der St. Thomas Universität in Houston, Texas, sagt, dass die weitere Öffnung Chinas eine Umwelt schaffen werde, die mehr Stabilität, Transparenz und Vorhersehbarkeit für chinesische und ausländische Firmen ermöglicht.

Die neuen Öffnungsmaßnahmen würden mehr ausländische Investitionen und Entwicklungsmöglichkeiten in China generieren und damit der weltweiten Wirtschaft nützen. Zeitgleich würden sie Handelsbarrieren reduzieren, den Marktzugang erweitern und den weltweiten Wohlstand erhöhen, wie Taylor einschätzt.