Die Gründung einer zentralisierten Abrechnungsstelle für Online-Payments lässt darauf schließen, dass die StadtBeijing ihre Kontrolle über Zahlungen durch Drittparteien verschärft, um die Finanzstabilität in dem Land aufrechtzuerhalten.

Unter einer Vorschrift, die diese Woche von der Chinesischen Volksbank, der Zentralbank, veröffentlicht worden ist, müssen Drittpartei-Payment-Firmen sich bis zum 15. Oktober mit der neuen Plattform vernetzen und bis zum 30. Juni sämtliche Zahlungen über diese Website abwickeln. Derzeit sind diese Firmen direkt mit den Banken für das De-Facto-Internetbank-Payment verlinkt.

Die neue Vorschrift werde helfen, "systematische Risiken" im Finanzsystem einzudämmen und die Hürden zwischen Banken und allen Arten von Zahlungsfirmen zu entfernen, so Mu Haijie, Vize-Präsidentin von China PnR, ein Zahlungsanbieter mit Sitz in Shanghai, der einen 1,18-prozentigen Anteil an dem neuen Unternehmen hält.„Der Kanal wird die Kosten senken und die Effizienz steigern, indem er einen vereinheitlichten Zugang zu allen Banken bietet. Wir begrüßen die Maßnahme und sind in dem dabei, uns mit der neuen Plattform zu vernetzen“, erklärt sie. Die Reform könne außerdem effektiv illegalen Aktivitäten vorbeugen, beispielsweise Geldwäsche, was sich wiederum in sichereren Bedingungen für Online-Payment niederschlage, so Wang Pengbo, Analyst beider Beratungsfirma Analysys in Beijing. Wang erklärte, keine Veränderung bei der Nutzererfahrung sei zu erwarten.

Die Plattform für Online-Abwicklungen für Nicht-Bank-Zahlungsinstitutionen, die Abrechnungsstelle, ist im Besitz mehrerer Institutionen. Sieben Einheiten unter der Schirmherrschaft der Volksbank halten einen 37-prozentigen Anteil, während Alibaba-Tochterfirma Ant Financial und Tencent's Tenpay jeweils 9,6 Prozent besitzen. Die übrigen Anteile sind im Besitz von 36 kleineren Online-Unternehmen, einschließlich UnionPay.

Die Zentralregierung hat in den vergangenen Monaten versucht, den Regulatoren größere Rechenschaftspflicht aufzuerlegen, um die Finanzstabilität zu gewährleisten, wie sie es in ihrer Ankündigung im Juli veranschaulicht hat, laut der sie ein Komitee unter dem Staatsrat, Chinas Kabinett, gründen wird, um die Effektivität von Finanzangelegenheit zu verbessern. Wenn die Payment-Firmen ihre Transaktionen über die zentralisierte Plattform leiten, wird wahrscheinlich die Dominanz von Technikgiganten wie Alibaba und Tencent unterboten, deren bilaterales Abwicklungsmodell mit Banken die Überwachung der Zentralbank umgeht, womit es schwierig wird, den Kapitalstrom nachzuverfolgen, so Industrie-Experten.

In der Tat hat die Zentralbank bereits Ant Financial instruiert, den Gebrauch des Begriffs "bargeldfreie Gesellschaft" in seinen massiven Marketing-Kampagnen zur Werbung für seinen Zahlungsdienst zu unterlassen. Die Zentralbank erklärte gegenüber China Daily, sie habe nicht Ant Financial detaillierte Richtlinien über die Verbesserung der Effektivität der Vorschrift gegeben. Allerdings hat das Unternehmen bereits Veränderungen in seinen Betriebsabläufen gemacht, beispielsweise die Hinzunahme von Cash-Payment-Punkten bei Hema Xiansheng, einer Alibaba-investierten Kette, bei der alle Transaktionen vorher nur unter Nutzung von Alipay getätigt werden konnten.

Ant Financial und Tencent, die laut iResearch den Löwenanteil von Chinas 22,7 Billionen schwerem Mobile-Payment-Markt einnehmen, haben gerade erst einen einwöchigen Kampf abgeschlossen, bei dem sie großzügige Anreize verteilt haben, um Nutzer für ihre Zahlungssysteme zu gewinnen. Ant sagte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen den Anforderungen der Zentralbank nachkommen werde. Tencent sagte, es werde mit den Regulatoren und anderen relevanten Parteien kooperieren, um eine begründete, faire Plattform für ein Nicht-Banken-Zahlungsnetzwerk aufzubauen.“Online-Payments generieren eine bedeutende Menge an Daten, die die Paymentfirmen zu ihrem Vorteil nutzen können”, so Shaun Rein, Geschäftsführer der China Market Research Group. Die Regierung müsse unbedingt die Finanzsicherheit gewährleisten.“