Chinesische Forscher haben in den vergangenen 30 Tagen 210.000 Kubikmeter brennbaren Eises untersucht, das in gefrorenen Eiskristallen im Südchinesischen Meer vorkommt. Die tägliche Produktion hat 6800 Kubikmeter erreicht.

Mit Hilfe einer Plattform wird im Südchinesischen Meer brennbares Eis gefördert (Foto: Guo Junfeng, China Daily)

Für Li Jinfa, den stellvertretenden Direktor von China Geological Survey, könnte China nach der Schiefergasrevolution in den USA nun der Auftakt zu einer neuen globalen Energierevolution gelungen sein. Die Gashydratvorkommen in dem Meeresgebiet werden auf 80 Milliarden metrische Tonnen Öläquivalent geschätzt. Damit könnte Chinas Energieversorgung für die nächsten 100 Jahre gesichert sein, wie aus einem Forschungsbericht aus dem Jahr 2016 hervorgeht. Jedoch weisen Experten darauf hin, dass es noch 15 Jahre dauern könnte, bis der Stoff zur Energieerzeugung genutzt werden kann.

China ist stark abhängig von Rohölimporten. Der Abbau von Methanhydratgas werde die Energiesicherheit des Landes erhöhen und die Kapazitäten des Landes zur Erzeugung sauberer Energie verbessern, meint Lu Hailong, Professor am Institut für Ozeanforschung an der Peking-Universität. Ein weiterer Grund für das Land, seinen Energiemix zu erweitern, seien auch die steigenden Umweltprobleme, sagt Han Wenke. Er ist Direktor beim Energieforschungsinstitut bei der Nationalen Kommission für Entwicklung und Reform. Für ihn ist der hohe Kohleanteil an Chinas Energieerzeugung die Ursache für viele Umweltprobleme.

Ein Forscher zeigt ein Stück brennbares Eis in einem Labor in Zhuhai (Foto: Guo Junfeng, China Daily)

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wird China zunehmend abhängig von Ölimporten. All diese Faktoren machen die Suche nach alternativen Energiequellen unerlässlich. Japan begann 2013 mit der Erforschung von brennbarem Eis und auch die USA verstärken ihre Forschungsbemühungen, doch aufgrund technologischer Barrieren konnte bisher noch kein Durchbruch erzielt werden. Durch den erfolgreichen Abbau von Gashydrat ist China Vorreiter auf dem Gebiet der sauberen Energieausbeutung. In den Bereichen Öl, Gas, Kohle und Schiefergas bleibe China im Vergleich zu anderen Ländern jedoch noch zurück, meinte Han.

Für den Forscher ist der jüngste Durchbruch nur ein kleiner Schritt in einem sehr langen Forschungsprozess. Umweltrisiken und technologische Barrieren würden den Optimismus relativieren, sagte Han der China Daily. Ob Methanhydrat eines Tages fossile Brennstoffe wie Öl und Gas ablösen könnten, bleibe abzuwarten. Wenn man die Kosten für Lagerung und Transport sowie die Umweltrisiken in Betracht ziehe, sei eine gewinnbringende Förderung innerhalb der nächsten drei Jahre unwahrscheinlich, fügte er hinzu.