Chinesische Wissenschaftler haben im vergangenen Jahr eine bislang unbekannte Dinosaurierspezies entdeckt. Nun liegen weitere Erkenntnisse vor. Die Pachypleurosaurier genannte Art lebte vor 244 Millionen Jahren und hatte einen ungewöhnlich langen Schwanz.

Chinesische Wissenschaftler haben ein Fossil einer neuen Art von Meeresreptilien entdeckt. Die Pachypleurosaurier genannte Spezies lebte vor 244 Millionen Jahren und hatte den längsten je entdeckten Schwanz seiner Art. Diese Saurier waren eine Gruppe kleiner bis mittelgroßer, echsenartiger Meeresreptilien aus der frühen bis mittleren Triaszeit. Die neue Art wurde nach dem Fundort Honghe Hani und der Autonomen Präfektur der Yi Honghesaurus genannt.

Mit 25,4 Zentimetern machte der Schwanz mehr als die Hälfte der auf 47,1 Zentimetern geschätzten Länge des Tieres aus. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Tier insgesamt 121 Wirbel hatte, darunter 69 Schwanzwirbel, womit der bisherige Rekord von 58 Schwanzwirbeln bei anderen Pachypleurosauriern übertroffen wurde.

Forscher des Instituts für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften fanden das Fossil im vergangenen Jahr in der südwestchinesischen Provinz Yunnan. „Er hatte die Form einer Wasserechse mit einem langen Rüssel, aber sein überlanger Schwanz war viel länger als andere Teile seines Körpers“, berichtete der leitende Forscher Xu Guanghui.

Die meisten Pachypleurosaurier waren klein und erreichten selten eine Länge von mehr als 50 cm. Der lange Rumpf in Verbindung mit dem langen Schwanz könnte dem Reptil einen Vorteil bei der Manövrierfähigkeit und Energieeffizienz beim Schwimmen verschafft haben, so Xu in der Studie, die vergangene Woche in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde. Die Entdeckung lieferte nicht nur neue Erkenntnisse über die ökologischen Anpassungen dieser Reptiliengruppe, sondern war auch der älteste fossile Nachweis einer pachypleurosauriden Meeresreptilienart in China.

Das erste benannte Meeresreptil, das in China entdeckt wurde, war ebenfalls ein Pachypleurosaurier, nämlich Keichousaurus, der 1957 gefunden wurde. Mitautor Zhao Lijun, Forscher am Zhejiang-Museum für Naturgeschichte, sagte, dass der langschwänzige Honghesaurus vier Millionen Jahre älter ist als der Keichousaurus und enger mit den in Europa gefundenen Pachypleurosauriern verwandt ist, was der bislang älteste Nachweis dieser Gattung in China ist.