Auf der Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen in China haben die Teilnehmer einen breiteren Konsens eingefordert.

Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben am Dienstag auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in China ein globales Bewusstsein, einen breiten Konsens und konkrete Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt eingefordert.

Einen Tag zuvor hatte die 15. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt, bekannt als COP15, in Kunming begonnen, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Yunnan. An der Konferenz nehmen über 5.000 Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Forschungsinstituten und Unternehmen teil.

„Unser zwei Jahrhunderte andauerndes Experiment, fossile Brennstoffe zu verfeuern, Wälder, Wildnis und Ozeane zu zerstören und das Land zu degradieren, hat eine Katastrophe der Biosphäre verursacht“, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres in seiner Rede. Er bezeichnete die Eingriffe der Menschheit in die Natur als einen „selbstmörderischen Krieg“ und warnte: „Wir sind dabei, ihn zu verlieren.“

Um den Verlust der biologischen Vielfalt umzukehren, drängen die an der COP15 teilnehmenden Staats- und Regierungschefs auf einen naturbasierten Ansatz zur Entwicklung der Weltwirtschaft. Der chinesische Präsident Xi Jinping sagte, dass die Entwicklung einer ökologischen Zivilisation als Leitfaden für die Koordinierung der Beziehungen zwischen Mensch und Natur dienen sollte und fügte hinzu, dass die menschlichen Aktivitäten innerhalb der Grenzen von Ökologie und Umwelt gehalten werden müssen.

Der costa-ricanische Präsident Carlos Alvarado Quesada betonte, dass mehr als die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts von einer gut funktionierenden biologischen Vielfalt und den Leistungen der Ökosysteme abhänge und dass die wirtschaftlichen Vorteile des Schutzes der biologischen Vielfalt die Kosten überwiegen.

Der britische Prinz Charles rief dazu auf, in dieser Hinsicht mutige Entscheidungen zu treffen. Er sagte, dass diese Entscheidungen „Hunderte von Millionen – wenn nicht Milliarden – Hektar degradierten Landes auf der ganzen Welt regenerieren können, um so die biologische Vielfalt unseres Planeten zu schützen und wiederherzustellen und die Natur zum Motor unserer Volkswirtschaften zu machen.“

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte die Annahme eines ehrgeizigen globalen Rahmens, der den Herausforderungen und Erwartungen der verschiedenen Gesellschaften gerecht wird. „Es liegt an unserer Generation, den Trend umzukehren und positive Synergien mit der Natur zu erzeugen“, sagte er.

Ägyptens Präsident Abdel-Fattah al-Sisi rief dazu auf, das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes der biologischen Vielfalt zu schärfen, und erklärte, sein Land habe unermüdliche Anstrengungen unternommen, um den globalen Rahmen für die biologische Vielfalt nach 2020 zu formulieren und erreichbare Ziele festzulegen, die durch einen klaren Umsetzungsmechanismus unterstützt werden.

Der kirgisische Präsident Sadyr Dschaparow, dessen Land zu 95 Prozent von Bergen bedeckt ist, kündigte ein Fünfjahresprogramm an, das die nachhaltige Entwicklung von Bergregionen sicherstellen soll.

Die Staats- und Regierungschefs riefen die Industrieländer außerdem dazu auf, die Entwicklungsländer bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu unterstützen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte diejenigen Länder, welche die historische Verantwortung trügen, dazu auf, „als erste die geeigneten Maßnahmen angesichts dieser Bedrohung zu ergreifen.“

Der russische Präsident Wladimir Putin stellte fest, dass die Ziele des Naturschutzes von keinem Land allein erfolgreich angegangen werden könnten. „Dies ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Staaten, für die gesamte Menschheit, ohne Übertreibung.“