Heute vor genau einem Jahr wurde die Abriegelung der Stadt Wuhan aufgehoben. Seitdem hat sich das Leben in der zentralchinesischen Metropole schrittweise normalisiert und gleicht heute längst dem Stand vor dem Virus-Ausbruch. Einige westliche Politiker halten jedoch weiter an der Stigmatisierung der Stadt fest.

Kirschblüte blühen im Ostsee-Park in Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Wuhan. (Foto von VCG, 14. März 2021)

Vor einem Jahr beendete Wuhan, die damals am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffene zentralchinesische Stadt, eine 76-tägige Abriegelung. Das Leben in der 11-Millionen-Einwohner-Metropole kehrte ab dem 8. April 2020 langsam aber stetig wieder zurück. Im weiteren Verlauf des vergangenen Jahres erlebten die Menschen in Wuhan dann eine allmähliche Rückkehr zum normalen Leben mit Staus, überfüllten Straßen und einer schnellen wirtschaftlichen Erholung. Und es gab auch mehr Touristen aus anderen Teilen Chinas und mehr Arbeitsmöglichkeiten für Einheimische und Auswärtige. Obwohl die Narben der Epidemie in Wuhan also allmählich verblassen, hält die Stigmatisierung der Stadt durch den Westen weiter an.

Um Mitternacht am Montag den 7. April 2021 gab es keine langen Schlangen von Fahrzeugen, die darauf warteten, die Mautstation Wuhan West zu passieren, wie es noch ein Jahr zuvor am 7. April 2020 um Mitternacht der Fall gewesen war. Damals warteten Tausende von Fahrern darauf, Wuhan zu verlassen, nachdem die Stadt die Ausreisebeschränkungen gerade aufgehoben hatte. Seit letztem Sommer mussten Fahrer, die die Station passierten, dann auch ihren Gesundheitscode nicht mehr vorzeigen, was deutlich Zeit sparte.

Li Sheng, ein Angestellter der Mautstation, berichtete, dass in letzter Zeit täglich etwa 20.000 Fahrzeuge die Station passierten, und die Zahl damit genauso hoch sei wie vor der Epidemie. Während der vergangenen dreitägigen Ferien zum Qingming-Fest (Totengedenkfest) erreichte die Zahl der Fahrzeuge, die die Station passierten, sogar fast 30.000 pro Tag.

Ein Jahr nach der Aufhebung der Abriegelung sagen die Menschen in Wuhan, dass nicht nur die Stadt sicherer geworden sei, sondern dass die Menschen in Wuhan sich mehr zusammengeschlossen hätten, mehr bereit seien, anderen zu helfen, und dem medizinischen Personal mehr Lächeln und mehr Respekt entgegenbringen würden. Sie würden auch mehr auf ihre Gesundheit und Familie achten, häufiger ins Fitnessstudio gehen und in den Ferien mehr Zeit mit ihren Familien verbringen.

„Ich sage Touristen aus anderen Provinzen und Städten immer, dass Wuhan jetzt die sicherste Stadt der Welt ist", erzählte ein Imbissbudenbesitzer mit dem Nachnamen Zhou. „Ich war sehr stolz darauf, dass Wuhan auch ein Standort für die Herstellung von Impfstoffen ist. Die in Wuhan produzierten Impfstoffe geben allen Chinesen und sogar Menschen in anderen Ländern und Regionen Hoffnung."

Der inaktivierte COVID-19-Impfstoff, der vom Sinopharm-Institut in Wuhan produziert wird, erhielt im Februar die bedingte Marktzulassung, und die jährliche Produktionskapazität des Impfstoffs erreicht mittlerweile 100 Millionen Dosen. Mit der ersten Bauphase eines Erweiterungsprojekts im Jinggang Industriepark, das voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein wird, erweitert das Institut derzeit seine jährliche Produktionskapazität. Nach Fertigstellung des Projekts soll die jährliche Produktionskapazität des in Wuhan hergestellten COVID-19-Impfstoffs sogar auf eine Milliarde Dosen ansteigen.

Einwohner weisen die Verleumdung des Westens nach WHO-Bericht zurück

Ein Jahr nach der Aufhebung der Abriegelung ist Wuhan also wieder die gleiche geschäftige Metropole, die sie vor der Pandemie war. Diese Rückkehr ist jedoch mit Vorsicht und Bedauern behaftet, da COVID-19 immer noch den Rest der Welt plagt, während die Stigmatisierung Wuhans durch einige westliche Politiker von den Einheimischen entschieden zurückgewiesen wird.

Nachdem Ende März ein gemeinsam von der WHO und chinesischen Experten verfasster Bericht über die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus veröffentlicht wurde, rieten chinesische Wissenschaftler des WHO-China Virus-Tracing-Teams, dass es an der Zeit sei, woanders zu graben und weitere Hypothesen zu testen, um das Rätsel zu lösen.

Eine Stadt nur aus politischem Interesse ohne Beweise zu stigmatisieren, sei aus der Perspektive des menschlichen Gewissens wirklich verwerflich, sagte Zhou Ning, ein Kardiologe vom Tongji-Krankenhaus in Wuhan und ein Arzt an vorderster Front. Die Erforschung der Ursprünge des Virus sei ein sehr hartes und komplexes wissenschaftliches Thema und es sei schwierig, die Ursprünge innerhalb weniger Monate zu finden, machte er klar.