Trotz breiter Spekulationen über die Tatsache, dass China bisher noch kein nationales Wachstumsziel für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 festgelegt hat, haben die meisten Provinzen und Regionen Chinas ihre eigenen Ziele für dieses Jahr auf über 6 Prozent gesetzt.

Unter den 31 Provinzen und Regionen, die Wirtschaftswachstumsziele für 2021 bekannt gegeben haben, haben sowohl die zentralchinesische Provinz Hubei, die im vergangenen Jahr am stärksten vom Coronavirus betroffen war, als auch die südchinesische Provinz Hainan, in der China derzeit einen hochrangigen Freihandelshafen errichtet, ihr jeweiliges Ziel sogar auf„über 10 Prozent" gesetzt - die höchsten Ziele unter allen Provinzen und Regionen in China. Shanghai, Beijing und die Provinz Guangdong setzten sich Wachstumsziele von „über 6 Prozent" für 2021, nach einem Ziel von „etwa 6 Prozent" im Vorjahr. Die drei Provinzen und Regionen mit den höchsten Wirtschaftswachstumsraten im Jahr 2020 - das Autonome Gebiet Tibet sowie die Provinzen Guizhou und Yunnan im Südwesten Chinas –nehmen sich vor, das Wachstum in diesem Jahr mit 8 bis 9 Prozent fortzusetzen.

Normalerweise gibt China sein nationales BIP-Wachstumsziel bei den jährlichen „Zwei Tagungen“ (Konferenz des Nationalen Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes) - den wichtigsten gesetzgebenden Versammlungen des Landes – bekannt. Analysten gehen jedoch nicht davon aus, dass bei den diesjährigen Zwei Tagungen am 4. März in Beijing ein Ziel bekannt gegeben wird.

Wu Chaoming, Chefökonom bei Chasing Securities, sagte, dass es sicher sein sollte, dass alle chinesischen Provinzen in diesem Jahr ein Wachstum von über 6 Prozent erreichen können, basierend auf der niedrigen Wachstumsbasis im letzten Jahr. 2021 werde daher ein „großes Jahr" für Chinas Wirtschaft sein. Laut Wu sollte das inländische BIP-Wachstum vor allem in der ersten Jahreshälfte stark ansteigen, da Chinas verarbeitendes Gewerbe immer noch von der steigenden Auslandsnachfrage infolge des durch eine Pandemie ausgelösten Produktionsstillstands im Ausland profitieren könne.

Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe lag im Januar bei 51,3 – der elfte Monat im Expansionsbereich in Folge. Dies deutet auf die Lebendigkeit in Chinas Fabriken hin, die Waren herstellen, die von der Welt benötigt werden. Analysten mahnen jedoch gleichzeitig bereits, dass sich dieses rasante Wirtschaftswachstum im dritten Quartal etwas abkühlen könnte, da die ausländischen Produktionen und Lieferungen mit der zunehmenden Pandemiebekämpfung ebenfalls wieder ansteigen werden. Tian Yun, Vizedirektor der Beijing Economic Operation Association, erwartet aber, dass der wiederauflebende Inlandskonsum diesen Verlust ausgleichen könnte.