Am Donnerstag wird ein WHO-Team nach China reisen, um Untersuchungen zum Ursprung des neuartigen Coronavirus durchzuführen. Einige Politiker und Medien, vor allem aus den USA, nutzen diese Gelegenheit, um erneut unbegründete Verschwörungstheorien zu verbreiten. China zeigt dagegen abermals, dass es sich stets offen und kooperativ verhält – und fordert ähnliche Untersuchungen auch in anderen Ländern.

Das Hauptquartier der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, Schweiz

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden am Donnerstag nach China fliegen, um den Ursprung des neuartigen Coronavirus zu untersuchen, wie das chinesische Außenministerium am Dienstag mitteilte.

Der Besuch, der zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem China durch importierte COVID-19-Fälle und ein Wiederaufleben des Virus im eigenen Land unter großem Druck steht, zeige, dass China stets bemüht ist, mit einer transparenten, verantwortungsvollen Haltung und im Geiste des Respekts für die Wissenschaft seinen Beitrag zum globalen Kampf gegen die Pandemie zu leisten, so Experten.

Die Ankündigung vom Dienstag ist zeitgleich auch eine erneute Ohrfeige für einige Politiker - zum Beispiel für US-Außenminister Mike Pompeo -, die sich immer noch weigern, mit ihren Verleumdungsversuchen gegen China aufzuhören und weiterhin jede Gelegenheit suchen, China wegen des angeblichen Verschweigens von Informationen über den Virus-Ausbruch anzugreifen. Solche Versuche waren vor allem im Vorfeld des Besuchs der WHO-Experten nun wieder zu beobachten.

Am Dienstagmorgen schrieb Pompeo in einem Tweet, die WHO sei durch Chinas Einfluss korrumpiert worden und habe sich billig kaufen lassen. Die WHO-Untersuchung habe immer noch keinen Zugang zu Wuhan, sagte er. Dies war offensichtlich eine verachtenswerte öffentlichkeitswirksame Lüge, da die WHO bereits verkündet hatte, dass ein Team in die Stadt in der Provinz Hubei reisen würde.

Außerdem wiederholte das chinesische Außenministerium, dass es dem WHO-Team nie irgendwelche Hindernisse in den Weg gelegt habe. China hatte die WHO-Experten trotz der intensiven Arbeiten zur Epidemieprävention und –kontrolle bereits zuvor zweimal eingeladen - einmal im Februar und erneut im Juli 2020. Chinesische Experten und internationale Experten hätten überdies im Zeitraum von Oktober bis Dezember auch vier Videoaustausche abgehalten, so das Ministerium.

Ein weiterer Vorwurf im Vorfeld des Besuchs kam am Sonntag von der britischen Zeitung The Mail, die behauptete, dass Hunderte von Seiten an Informationen über Studien, die vom streng geheimen Wuhan Institute of Virology durchgeführt wurden, von Chinas staatlicher Nationaler Stiftung für Naturwissenschaften (NSFC) gelöscht worden seien.

„Details von mehr als 300 Studien, darunter viele, die Krankheiten untersuchen, die vom Tier auf den Menschen übergehen, die von der NSFC online veröffentlicht wurden, sind nicht mehr verfügbar. Die Löschung von Schlüsselbeweisen hat Befürchtungen neu entfacht, dass China versucht, die Untersuchung über die Ursprünge des Virus zu beschönigen", heißt es in dem Bericht.

Eine solche Anschuldigung ist vage und unhaltbar. Die NSFC ist verantwortlich für die Leitung und Koordination des nationalen Naturwissenschaftsfonds zur Unterstützung der Grundlagenforschung und für die Identifizierung und Förderung wissenschaftlicher Talente. Sie ist auch für die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zuständig. Die Stiftung ist allerdings nicht direkt an wissenschaftlichen Studien beteiligt.

Chinesische Experten betonten, dass die Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus eine wissenschaftliche Frage sei, die nicht politisiert werden sollte. Jegliche Verschwörungstheorien sollten daher vermieden werden. Der Zweck des Besuchs des WHO-Teams sei der wissenschaftliche Austausch mit chinesischen Medizinern - nicht eine „Untersuchung" oder gar „Überprüfung" Chinas.

„Es ist in Ordnung, dass die WHO-Experten nach Wuhan kommen, denn auch wir wollen wissen, woher das Virus kommt. Aber die Untersuchung sollte auch in anderen Ländern durchgeführt werden, insbesondere in den USA, wo das Virus mit mehreren Typen identifiziert wurde, um genauere Ergebnisse zu erzielen", erklärte Yang Zhanqiu, stellvertretender Direktor der Abteilung für Pathogen-Biologie an der Universität Wuhan, am Dienstag.

All der Lärm, mit dem versucht werde, die öffentliche Aufmerksamkeit abzulenken, werde die Wahrheit, dass es vor dem Ausbruch in Wuhan möglicherweise bereits in anderen Ländern COVID-19-Ausbrüche gegeben hatte, nicht verdecken können. Deshalb sollten Untersuchungen dort so schnell wie möglich durchgeführt werden, forderte Yang.