Nach fast 25 Jahren konnte eine Reihe wertvoller Kulturrelikte endlich aus Großbritannien zurück nach China gebracht werden. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie Chinas Verwaltung für das nationale Kulturerbe (NCHA) ihre Bemühungen verstärkt hat, um nationale kulturelle Relikte, die ins Ausland geschmuggelt worden waren, zurückzuholen.

Chinesisches und britisches Personal in London verladen 68 chinesische Kulturrelikte, die ins Ausland geschmuggelt worden waren, bevor sie nun nach China zurückgeflogen werden.

Vertreter des Metropolitan Police Service und der chinesischen Botschaft in London unterzeichneten am 16. Oktober das Übergabedokument.

Insgesamt seien bislang 68 Kulturdenkmäler aus Großbritannien nach China zurückgekehrt, teilte die Verwaltung für das nationale Kulturerbe (NCHA: National Cultural Heritage Administration) am Mittwoch mit. Die Kulturdenkmäler, die ins Ausland geschmuggelt worden waren, wurden durch die gemeinsamen Bemühungen dieser Behörde sowie des Außenamts und der chinesischen Zollbehörden seit Januar zurückgeholt.

Zu den Kulturdenkmälern gehören glasierte dreifarbige Keramik aus der Tang-Dynastie (618-907), blau-weiße Keramik aus der Song-Dynastie (960-1279), ein Steinpferd aus der Yuan-Dynastie (1271-1368) und viele weitere kulturelle Schätze. Die geborgenen Kulturdenkmäler, die von der Frühlings- und Herbstzeit (770-476 v. Chr.) über die Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) bis zur Qing-Dynastie (1644-1911) reichen, werden auf der Website der Verwaltung ausgestellt.

Unter den unterschiedlichen Warentypen mit feiner Qualität gebe es einige Kulturgüter mit bedeutenden historischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werten, erklärte Guan Qiang, stellvertretender Leiter der Verwaltung.

Die Artefakte wurden nach einer langen Reise von 25 Jahren nun endlich nach Hause zurückgebracht. 1995 wurden sie von der britischen Polizei beschlagnahmt, als sie nach Großbritannien geschmuggelt wurden. Später wurden sie vom NCHA-Personal als verlorene Kulturdenkmäler Chinas identifiziert. Der Käufer der Reliquien weigerte sich jedoch, zu verhandeln, weshalb die Gegenstände bis zu diesem Jahr von der britischen Polizei in Gewahrsam gehalten wurden. Im Januar teilte die britische Polizei China mit, dass der Käufer vermisst werde und die Verjährungsfrist der Strafverfolgung beendet sei. Anschließend bot sie Unterstützung bei der Rückgabe der Artefakte an China an.

Guan sagte, die Rückgabe der chinesischen Kulturdenkmäler sei ein erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen China und dem Vereinigten Königreich bei der Bekämpfung des Schmuggels von Kulturrelikten im Rahmen der Konvention von 1970.

Die Konvention von 1970 (voller Name: „UNESCO Convention on the Means of Prohibiting and Preventing the Illicit Import, Export and Transfer of Ownership of Cultural Property“) fordert die Vertragsstaaten nachdrücklich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um den illegalen Handel mit Kulturgütern zu verbieten und zu verhindern, wie es auf der offiziellen UNESCO-Website heißt. China trat der Konvention 1989 bei, Großbritannien 2002.

In den letzten Jahren hat die NCHA ihre Bemühungen intensiviert, verloren gegangene Relikte im Ausland ausfindig zu machen und sie nach China zurückzubringen.

So hat das Museum in Nanjing beispielsweise eine Charge von 361 Reliquien und Artefakten erhalten, die von den USA zurückgegeben worden waren. Die Relikte und Artefakte, vor allem Grabbeigaben aus alten chinesischen Gräbern, stammen aus der Jungsteinzeit bis in die Qing-Dynastie. Sie umfassen Steinwerkzeuge, Jade- und Bronzegeschirr, Töpferwaren, Münzen, Holzschnitzereien und Bauelemente.

Ein Teil der Kulturdenkmäler, die aus Großbritannien nach China zurückgekehrt sind.

Ein Set glasiertet dreifarbiget Keramik aus der Tang-Dynastie (618-907).

Ein Paar Vasen, die möglicherweise aus der späten Yuan-Dynastie (1271-1368) oder frühen Ming-Dynastie (1368-1644) stammen.

Ein Set Figurchen aus der Han-Dynastie (202 v. Chr. - 220 n. Chr.).

Ein Steinpferd aus der Yuan-Dynastie (1271-1368)