China hat striktere Quarantäneregeln für tiefgefrorene Importprodukte festgelegt. Einige amerikanische Exporteure könnten damit Millionenverluste einfahren, sagte ein Brancheninsider, da deren Produkte sich immer noch in Quarantäne befänden. Die längeren Verfahren beim Zoll könnten auch dazu führen, dass die Lebensmittel nicht mehr genießbar sind.

Ein Händler von Meeresfrüchten verkauft im Beijinger Sanyuanli-Markt seine Waren.

Doch die Auswirkungen sind nur kurzfristiger Natur, sagten Beobachter, da die inländische Nachfrage weiterhin hoch sei. Sie warnten auch davor, dass derartige Regeln alle Exporteure beträfen, unabhängig davon, aus welchem Land sie stammen. Einige Medien sollten die Bemühungen der chinesischen Behörden, eingeschleppte Infektionsfälle einzudämmen, nicht politisieren, da es neue Ausbrüche in Lebensmittelmärkten gegeben habe.

„Die chinesischen Zollinspektionen sind strenger geworden. In der Vergangenheit wurden in den Häfen von Shanghai und Tianjin etwa zehn Prozent des Gefrierguts inspiziert. Doch jetzt liegt die Inspektionsrate bei 100 Prozent“, sagte ein Mitarbeiter des Shanghaier Hafens mit dem Namen Yu am Samstag der Global Times. Die Nukleinsäuretests seien erforderlich, um den Import von kontaminierten Lebensmitteln zu verhindern.

Diese Inspektionen könnten die Zollverfahren verlängern, was zum Verderben der Lebensmittel führen könnte. Er schätzte die Verluste amerikanischer Exporteure an mehreren Häfen, darunter Shanghai, auf mehrere Millionen US-Dollar. Dieser Einfluss sei aber nur kurzfristig. „Es besteht immer noch großer Appetit nach landwirtschaftlichen Importen“, erklärte Yu. Weng Qiang, ein Einkaufsmanager bei der Sunkfa Holding, einem führenden Unternehmen für Meeresfrüchte aus Beijing, sagte der Global Times, dass einige importierte Güter zur Eindämmung des Coronavirus bis auf Weiteres vom Zoll gestoppt würden, ganz gleich, aus welchem Land die Ware stamme.

Ein Sprecher einer Shanghaier E-Kommerz-Plattform für Frischlebensmittel, der unter der Bedingung der Anonymität mit der Global Times sprach, sagte, die meisten Fruchtimporte aus den USA liefen normal, doch die Exporteure wurden gebeten, eine Bescheinigung mitzuführen, dass ihre Produkte frei von COVID-19 seien. „Die meisten der großen amerikanischen Exporteure sind sehr kooperativ“, sagte er.

Reuters zitierte eine Industriegruppe, die amerikanische Erzeuger vertritt, am Freitag mit den Worten, dass einige amerikanische Lebensmittellieferanten auf chinesische Verträge über Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verzichtet hätten. In dem Bericht wurde auch darauf hingewiesen, dass China die Gesundheitsvorschriften für Exporteure aus den USA verschärft. „Die Wahrscheinlichkeit, dass kontaminierte Meeresfrüchte oder kontaminiertes Fleisch nach China gelangt, ist sehr hoch, daher schützt China nur die Sicherheit seiner Bürger. Die neue Regel gilt auch für alle Exporteure“, sagte der Sprecher der Plattform.

Nach Angaben der China Aquatic Products Processing and Marketing Alliance (CAPPMA) sind Russland, die Vereinigten Staaten, Norwegen und Argentinien die vier größten Exporteure von Meeresfrüchten nach China. Während der zwölf Monate bis zum 30. Juni 2019 erreichten die chinesischen Importe von Meeresfrüchten aus den USA ein Volumen von 969 Millionen US-Dollar, wie Daten der Webseite The Cordova Times zeigen.