Die Vereinigten Staaten haben ihren Vorwurf der Währungsmanipulation gegenüber China fallengelassen. Dies geht aus einem Bericht des US-Finanzministeriums vom Montag hervor.

In seinem Halbjahresbericht über Makroökonomie und Währungspolitik der wichtigsten Handelspartner der USA legt das Ministerium dar, dass derzeit keiner der größten Handelspartner der Vereinigten Staaten die Kriterien für Währungsmanipulation erfüllt.

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin ließ durchblicken, dass sein Haus in den letzten Monaten China und dessen Währungspraxis analysiert hätte und dabei festgestellt habe, dass "China durchsetzbare Verpflichtungen eingegangen ist, um Abstand zu nehmen von gezielter Abwertung und zugleich Transparenz und Rechenschaftspflicht zu fördern."

Mark Sobel, der amerikanische Vorsitzende des Official Monetary and Financial Institutions Forum, eines amerikanischen Thinktanks, sagte auf Twitter, dass dies eine "gute Nachricht" sei. Die ursprüngliche Bezeichnung Chinas als Währungsmanipulator nannte er einen "unverfrorenen" und "fehlgeleiteten" politischen Schachzug.

"China hätte gar nicht mit diesem Begriff belegt werden sollen," sagte Sobel, der Vertreter der USA beim Internationen Währungsfonds gewesen ist und als Unterstaatssekretär im amerikanischen Finanzministerium tätig war. Er merkte an, dass der gegenwärtige Überschuss Chinas gemessen am Bruttoinlandsprodukt gering sei und es allenfalls einen "minimalen Eingriff" gebe.

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Handelsstreit hatte das US-Finanzministerium im August China als Währungsmanipulator eingestuft, was sowohl im In- wie auch im Ausland starke Kritik hervorgerufen hatte. Die Bezeichnung war als unbegründet und unverantwortlich zurückgewiesen worden.