Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat der Afrikanischen Union eine engere Zusammenarbeit versprochen. In einer Grußbotschaft zum 32. Gipfeltreffen der Organisation lobte er den Integrationsprozess und die Fortschritte auf dem Kontinent.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat am Sonntag seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union (AU) betont. China sei bereit, sich mit dem Staatenbund zusammenzuschließen, um die Kooperation bei der Seidenstraßeninitiative zu verstärken und eine noch engere Gemeinschaft mit einer geteilten Zukunft aufzubauen.

In einer Glückwunschbotschaft zur Eröffnung des 32. AU-Gipfels im äthiopischen Addis Abeba nannte Xi die Afrikanische Union ein Banner, das die afrikanischen Länder zu einer Erneuerung ermächtige. Er lobte den Integrationsprozess des Kontinents und die großen Fortschritte, die im vergangenen Jahr unter Leitung des Staatenbundes erreicht worden seien.

Auf dem Gipfeltreffen kamen mehr als 30 afrikanische Staats- und Regierungschefs zusammen, um die komplexen Fragen im Zusammenhang mit internationaler und interner Migration zu erörtern. Die afrikanischen Länder sprächen weiterhin einmütig über wichtige internationale und regionale Fragen, und der internationale Einfluss des Kontinents nehme weiter zu, sagte Xi. Er hoffe aufrichtig, dass die AU afrikanische Länder zu größeren Erfolgen führen werde.

Chinas Staatspräsident erinnerte an das Gipfeltreffen des Forums über Zusammenarbeit zwischen China und Afrika in Beijing, in dem er und die Staats- und Regierungschefs der afrikanischen Länder zusammen mit der AU einen Plan für die Entwicklung der Beziehungen zwischen China und Afrika vorgestellt hatten.

Er forderte Afrika auf, die Chancen zu nutzen, die sich aus der Umsetzung der Ergebnisse des FOCAC-Gipfeltreffens in Beijing ergeben, und mit China zusammenzuarbeiten, um die Synergie der Seidenstraßeninitiative mit der Agenda 2063 der AU und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu nutzen.

Der jährliche Gipfel der Afrikanischen Union hat mit einigen Unsicherheiten zu kämpfen. Auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen im vergangenen Dezember hatten fünf Länder, darunter die Vereinigten Staaten, den UN-Migrationspakt abgelehnt.

Auf dem Gipfeltreffen, bei dem die Themen Flucht und Vertreibung im Mittelpunkt stehen, werden von Afrika innovative Ansätze erwartet, um der beispiellosen Migrationsbewegung Herr zu werden. Konflikte, Armut und Klimawandel gelten dabei als Hauptursachen.

Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge stammen etwa 26 Prozent der weltweit 25,4 Millionen Vertriebenen aus Afrika. Mehr als die Hälfte von ihnen ist unter 18 Jahre alt.

Am Vorabend des AU-Gipfels rief UN-Generalsekretär Antonio Guterres den Kontinent dazu auf, seine Bemühungen um friedliche politische Machtwechsel zu verstärken und dazu beizutragen, Massenvertreibungen zu reduzieren. Im Januar hatten sich in der Demokratischen Republik Kongo und in Madagaskar friedliche Machtwechsel vollzogen.

„Afrika ist der Beweis, dass es möglich ist, Konflikte zu verhindern oder friedlich zu lösen. Und dieser Wind der Hoffnung kann auf andere Teile der Welt ausgedehnt werden“, sagte Guterres. Die Grenzen Afrikas seien für Flüchtlinge offengeblieben und diese Solidarität diene der Welt als Beispiel.

Vera Songwe, Exekutivdirektorin der UN-Wirtschaftskommission für Afrika, sagte, der Kontinent könne nur dann ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum erreichen, wenn es sein Bevölkerungswachstum reduziere. „Ein Afrika, das vor der vierten Industriellen Revolution steht, kann es sich nicht leisten, seine Kinder von der Schule fernzuhalten“, sagte sie.

Durch die hohen Flüchtlingszahlen verliere auch die afrikanische Wirtschaft an Produktivität. „Die Prognose für 2019 bleibt unter der Wachstumsmarke von vier Prozent. Dies bleibt weit hinter dem zurück, was zur Erreichung eines aufstrebenden Afrikas, der Agenda 2030 oder der Agenda 2063 erforderlich ist.“ Trotzdem gebe es auch erfolgreiche Integrationsprojekte, zum Beispiel in Uganda, Ruanda, Marokko und Äthiopien. Ruanda hat mit 3.300 Stadtflüchtlingen zusammengearbeitet, wodurch landesweit 2.600 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.