Die Inflation in der chinesischen Volkswirtschaft sinkt. Analysten rechnen mit weiteren unterstützenden Maßnahmen der chinesischen Zentralbank, um das Wirtschaftswachstum weiter zu stimulieren.

Ein Gemüsemarkt in Qingdao, Shandong, Foto: China Daily.

Die Verbraucherinflation und die Preise ab Werk sind im Dezember schwächer gestiegen als erwartet. Dies geht aus neuen Daten der Statistikbehörde hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Analysten vertraten die Ansicht, dass mehr politische Unterstützung erforderlich sei, um die Stimmung an den Märkten zu stimulieren und die Inflation auf einem angemessenen Niveau zu halten. Die Wirtschaft stehe unter Druck und die Sorgen vor einer Deflation hielten an.

Die Preise für Industrieprodukte sind im Dezember im Vergleich zum Vormonat gesunken. Der Erzeugerpreisindex, der die Preise am Fabriktor misst, stieg im Jahresvergleich um 0,9 Prozent und erreichte laut dem Nationalen Statistikbüro (NBS) den niedrigsten Stand seit September 2016.

Im Jahr 2018 stieg der Erzeugerpreisindex (PPI) dem Amt zufolge um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schwäche sei auf eine geringere Inlandsnachfrage sowie niedrige Rohstoffpreise zurückzuführen, so die Analysten. Die Abschwächung werde vor allem durch die Nutzung von Erdöl und Erdgas, die Verarbeitung von Kraftstoff und die Herstellung chemischer Produkte verursacht.

Die Verbraucherpreisinflation stieg im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent, verglichen mit 2,2 Prozent im November. Chinas Inflationsziel für Verbraucher wurde im vergangenen Jahr auf maximal drei Prozent festgesetzt. Nach Angaben des NBS stieg der Verbraucherpreisindex im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent, verglichen mit 1,6 Prozent im Jahr 2017.

Nach Ansicht von Li Huiyong, Investmentbanker bei Hwabao WP Fund Management, ist eine weitere Lockerung der Geldpolitik erforderlich, um die Inflationsgefahren abzufedern. Eine anhaltende Abkühlung der Inflation könnte die Wirtschaft zusammen mit einigen anderen schwächelnden Indikatoren unter Druck setzen.

„Das niedrige Verbraucherinflationsniveau lässt den politischen Entscheidungsträgern viel Spielraum. Die Inflation könnte im ersten Halbjahr weiteren Abwärtsrisiken ausgesetzt sein. Es gibt jedoch auch positive Faktoren, darunter das Zusammenspiel von innenpolitischen Anreizen und steigenden Ölpreisen, die dazu beitragen, dass das Inflationsniveau in der zweiten Hälfte des Jahres auf einem angemessenen Niveau bleibt“, prognostizierte Li He, Analyst am Forschungsinstitut der Bank of China. Es seien einige Maßnahmen in Vorbereitung, worauf die jüngsten Signale der chinesischen Aufsichtsbehörden hindeuteten.

Anfang dieses Monats reduzierte die chinesische Zentralbank die verpflichtende Mindestreservequote, also den Anteil an Barreserven, den Finanzinstitute bei der als Zentralbank fungierenden Chinesischen Volksbank hinterlegen müssen, um einen Prozentpunkt. Es wird erwartet, dass dadurch fast 800 Milliarden Yuan zusätzliche Liquidität in die Märkte fließen werden.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hatte bei einem Besuch bei drei großen staatlichen Banken eine Woche zuvor mehr finanzielle Unterstützung für kleine Unternehmen angemahnt.