Doktor entwickelt App, welche Patienten dabei helfen soll, Gefühle auszudrücken
Quelle: german.china.org.cn  |  09.02.2017

Ein Bild von der „ICU Chief Complaint“ App, das bedeutet: „Ich habe Hunger.“

Sheng Jinghui, eine 27-jährige Ärztin am Second Affiliated Hospital an der Zhejiang University School of Medicine, hat eine spezielle App designt. Diese App soll Patienten auf der Intensivstation dabei helfen, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, wie die Webseite Thepaper.cn am Montag berichtete. Die App mit dem Namen „ICU Chief Complaint“ enthält 28 Bilder, welche Ideen und Gefühle ausdrückt wie beispielsweise „Ich habe Hunger“, „Ich habe Durst“, „Mir ist kalt“ und weitere mehr. Viele Patienten auf der Intensivstation sind nicht in der Lage, zu sprechen oder zu schreiben, weil sie an medizinische Gerätschaften angeschlossen sind oder weil sie in einem kritischen Zustand sind. Medizinische Fachkräfte können oft keine verlässliche oder universelle Form der Kommunikation mit solchen Patienten führen, oftmals müssen sie raten, welche Bedürfnisse sie haben. Diese Methode ist nicht nur zeitintensiv, sie kann manchmal auch dazu führen, dass der Blutdruck und die Herzschlagrate der Patienten nach oben gehen.

Im letzten Dezember wurde beispielsweise ein 80-jähriger Patient mit dem Familiennamen Lin ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er bei einem Autounfall schwer verletzt worden ist. Der Unfall führte zu einer Querschnittslähmung, und seine Luftröhre war aufgrund einer Lungeninfektion aufgeschnitten. Er war hungrig, konnte dies allerdings nicht mitteilen. Lin wurde von Sheng gefragt, wo er sich unwohl fühle, ob er trinken wolle, ob er sich aufsetzen wolle und viele andere Fragen. Am Ende drückte Lins Sohn dem Patienten einen Stift zwischen die Finger, damit er mit zitternder Hand das Wort für „Mahlzeit“ schreiben konnte. „Die meisten Patienten in der Intensivstation sind nicht in der Lage, sich schriftlich mitzuteilen. Ich wollte einen einfachen Weg finden, um zu kommunizieren“, erklärte Sheng. Als Resultat forschte der Doktor online und fand Anfang Januar eine Webseite, mit der man Apps designen kann. Nach vier Nächten voller Arbeit war Shengs früheste Version des Programms „ICU Chief Complaint“ fertig.

„Ich bin durstig.“

Die App bestand aus zwei Modulen, die den Patienten dabei helfen sollten, ihre Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse über verschiedene Bilder mitzuteilen. Gegenwärtig ersetzt Zheng die ersten Bilder, die sie heruntergeladen hat, mit eigenen Zeichnungen und Wörtern, um es für die Patienten einfacher zu machen, die App zu benutzen. Als nächstes will sie noch zwei weitere Module hinzufügen, die in Zusammenhang mit Krankheiten und Körperteilen stehen. Damit soll es einfacher werden, mit Patienten Symptome zu diskutieren, die sie an verschiedenen Stellen ihres Körpers spüren. In der Zwischenzeit überlegt sich Zheng außerdem, wie die App Sprachbefehle akzeptieren kann und die Bewegungen der Augenlider nachvollziehen kann. „Die App befindet sich immer noch in einem Entwicklungsstadium. Sie wird auf den entsprechenden Download-Plattformen erhältlich sein, wenn sie wirklich fertig ist“, versprach Sheng.

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